Moody’s zweifelt an französischer Top-Bonität

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Frankreich zittert um seine Top-BonitätDie Ratingagentur Moody’s zweifelt daran, ob Frankreich die Top-Bewertung (AAA) seiner Bonität halten kann. Hintergrund der Zweifel sind die steigenden Zinsen auf französische Schuldpapiere, die im Vergleich mit den deutschen Staatsanleihen am Wochenende einen deutlichen Satz in die Höhe machten. Zudem könne auch die schwache Konjunktur für die Bonität der Franzosen zur Gefahr werden, erklären die Analysten der Ratingagentur.

Zwar könne man der französischen Regierung nicht das Bemühen absprechen, den eigenen Haushalt zu konsolidieren, doch auf gewisse Dinge, wie die Konjunktur und den Fortgang der europäischen Schuldenkrise habe sie keinen Einfluss. Moody’s hatte die Top-Benotung der französischen Bonität schon im Oktober unter Beobachtung gestellt, doch beließ den Ausblick damals bei “stabil”. Auch jetzt änderte die Ratingagentur ihre diesbezügliche Einschätzung nicht zu “negativ”. Dies würde gemeinhin als sicheres Anzeichen für eine nahende Herabstufung gelten.

DAX rauscht in den Keller

Der deutsche Börsenleitindex DAX erlebte auch aus diesem Grund einen schwachen Handelstag. Bei Börsenschluss notierte er 3,35 Prozent oder 194,24 Punkte im Minus. Besonders unter Druck standen die Kurse der Automobil-Konzerne sowie der Finanztitel. Insbesondere die Deutsche Bank wird mehr und mehr zum Sorgenkind. Die größte Privatbank der Bundesrepublik verlor am Montag mehr als sechs Prozent an Wert.

Prozesse und Machtkämpfe: Deutsche Bank in der Krise

Der heftige Kursverlust lässt sich auf die zahlreichen Probleme der Deutschen Bank zurückführen, mit denen das Geldhaus derzeit zu kämpfen hat. So berichtet der Spiegel, nicht nur der Noch-Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann werde das Finanzinstitut im kommenden Jahr verlassen, sondern ebenso einige andere namhafte Top-Manager. Aus den USA kommt die Nachricht, dass die Deutsche Bank im Zusammenhang mit der Insolvenz der Finanzfirma MF Global von amerikanischen Pensionsfonds verklagt wird.

Die neuen juristischen Probleme reihen sich damit in eine ganze Reihe von Gerichtsverfahren ein, mit denen das Finanzinstitut derzeit zu kämpfen hat. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen der Kirch-Pleite gegen die Deutsche Bank und gegen Ackermann. Außerdem steht das Geldhaus im Visier von US-Ermittlern wegen seiner Immobiliengeschäfte vor Ausbruch der ursprünglichen Finanzkrise 2008.

Autor: Andreas Szalay
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