Deutschen Banken auf griechische Staatspleite gut vorbereitet

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Die deutschen Banken sind gut auf eine griechische Staatspleite vorbereitetIn den vergangenen Tagen überschlugen sich die Ereignisse rund um Griechenland. Die Verhandlungen zwischen den “Institutionen” EU, EZB und IWF sowie dem südeuropäischen Staat über eine Fortführung der Hilfszahlungen wurden von der griechischen Regierung abgebrochen. Das Volk soll nun in einem Referendum entscheiden, ob es das Angebot der Gläubiger über eine Fortsetzung der Kreditprogramme annehmen möchte. Die Regierung empfiehlt, mit “Nein” zu stimmen. Zuvor wird Griechenland vermutlich eine Rate in Höhe von 1,6 Milliarden Euro an den IWF nicht bedienen können. Dies kommt einem Zahlungsausfall und damit der Staatspleite gleich.

Griechenland beschließt Kapitalverkehrskontrollen

In den letzten Wochen haben die Griechen ihre Bankkonten leergeräumt, weshalb das Finanzsystem des Landes vor dem Kollaps steht. Das Land hat deshalb Kapitalverkehrskontrollen beschlossen, die allerdings nicht für Ausländer gelten. Insgesamt müsse man jedoch in Deutschland keine Ansteckung befürchten, beruhigen die größten Banken der Bundesrepublik. So erklärte die Commerzbank beispielsweise, dass man “sehr gut vorbereitet” sei, da man sich “seit langem” auf eine solche Situation eingestellt habe.

In ein ähnliches Horn stößt auch die Deutsche Bank: Man habe genügend “Sicherheitsmechanismen”, um eine Ansteckung zu vermeiden. Zu diesen zählt beispielsweise, dass die deutschen Geldhäuser automatische Überweisungen nach Griechenland stoppen und den Kontoeignern die Aufträge noch einmal zur Prüfung vorlegen. So soll verhindert werden, dass Geld versehentlich weiter überwiesen wird. Praktisch alle Banken verfügen zudem über gesonderte Abteilungen, die sich mit Szenarien für Staatspleiten befassen. Deshalb gibt es überall fertige Pläne, die nun einfach aus der Schublade geholt werden müssen.

KfW am stärksten in Griechenland engagiert

Dies gilt auch für die KfW, die noch am stärksten von allen deutschen Finanzinstituten in Griechenland engagiert ist. Zum einen hat das Geldhaus Finanzierungen in Höhe von 900 Millionen Euro in dem Land vergeben – 450 Millionen Euro davon sind allerdings Kredite, von denen bislang fast nichts ausgezahlt wurde. Zudem wurde auch der Großteil der 15,2 Milliarden Euro, die Deutschland im Rahmen des zweiten Hilfspakets an Griechenland gezahlt hat, über die KfW abgewickelt. Diese Summe ist allerdings durch eine Staatsgarantie der Bundesrepublik gedeckt, sodass die KfW bei einem Rückzahlungsausfall nicht ins Wanken gerät.

Autor: Wolfgang Brunner
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