Verdacht auf Steuerbetrug: 40 Filialen der Commerzbank durchsucht

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Commerzbank-Gebäude in Frankfurt/MainDeutsche Steuerfahnder haben am vergangenen Dienstag insgesamt 40 Filialen der Commerzbank durchsucht, denn sie vermuten, dass Mitarbeiter des Hauses Kunden dabei geholfen haben, Steuern in der Höhe von “mehreren Hundert Millionen Euro” zu hinterziehen, wie das “Handelsblatt” berichtet. Im Visier der Ermittler befand sich auch die Konzernzentrale in der Innenstadt von Frankfurt. 270 Beamte aus Bochum und Düsseldorf führten deshalb die Großrazzia durch und konnten dabei auf “volle Kooperation” der Commerzbank vertrauen, wie das Finanzinstitut selbst bekanntgab. Das Geldhaus unterstrich zudem, dass sich der Verdacht der Behörden in seiner Gesamtheit nicht gegen die Bank, sondern nur gegen Einzelpersonen richtet.

Verbotene Zusammenarbeit mit Generali-Tochter?

Möglich gemacht haben soll den Steuerbetrug eine Zusammenarbeit der Mitglieder der Commerzbank mit der Generali-Tochter “Generali Pan Europe Limited”, die in Irland heimisch ist. Anlass zu dieser Vermutung hat laut “Handelsblatt” eine Steuererklärung aus dem letzten September gegeben, in der große Unregelmäßigkeiten festgestellt werden konnten. Die Staatsanwaltschaft Bochum erklärte diesbezüglich, ohne den Namen der Generali-Tochter zu nennen, dass sie überzeugt sei, dass ein ausländischer Lebensversicherer Kunden der Commerzbank in über 200 Fällen dabei geholfen habe, Steuern zu hinterziehen.

Verdächtige Depots im Fokus der Ermittlungen

Der Steuerbetrug wurde durch Lebensversicherungsverträge ermöglicht, die rein äußerlich den Anschein erweckten, sie seien steuerlich privilegiert, was allerdings nicht zutreffend gewesen sei. Die durch die Verträge erwirtschafteten Kapitalerträge seien so widerrechtlich von der Abgabenlast befreit gewesen. Die Steuerfahnder haben im Rahmen der Großrazzia deshalb vor allem Dokumente zu allen Depots gesucht und beschlagnahmt, in denen sich die entsprechenden Versicherungsverträge befanden. Zusätzlich wurden die Mitarbeiter befragt, welche diese verwaltet hatten.

Autor: Wolfgang Brunner
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