Griechenland: Drittes Hilfspaket immer wahrscheinlicher – Schäuble lehnt neuen Schuldenschnitt ab

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Ein drittes Hilfspaket für Griechenland wird immer wahrscheinlicherDas dritte Hilfspaket für Griechenland wird immer wahrscheinlicher. Erstmals äußerte sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zu den Details der möglichen Hilfe: Das Paket hat demnach eine Laufzeit von 2014 bis 2016 und könnte ein Volumen von elf Milliarden Euro haben. Dieser Betrag sei “nicht völlig unrealistisch”, so der CDU-Politiker im Gespräch mit der “Passauer Neuen Presse”. Harsch griff Schäuble dabei den haushaltspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion an. Carsten Schneider, der im Gespräch mit der “Bild” erklärte hatte, Griechenland brauche möglicherweise 77 Milliarden Euro, verwechsele “wohl Brutto und Netto”, erklärte der Minister.

Unterschiedliche Zeiträume klären unterschiedliche Zahlen auf

Allerdings bezog sich Schneider auf einen anderen Zeitraum bei seiner Aussage als Schäuble. Der SPD-Politiker erklärte, seine Zahlen stammten von der letzten Schuldentragfähigkeitsanalyse von EU, IWF und Europäischer Zentralbank. Diese haben den Zeitraum bis 2020 in den Blick genommen. So brauche Griechenland zwar tatsächlich bis Ende 2015 nur möglicherweise elf Milliarden Euro, aber anschließend komme bis 2020 “ein weiterer hoher zweistelliger Milliardenbetrag” hinzu. Insgesamt könnten sich die Kosten für Griechenland so auf 77 Milliarden Euro summieren.

Schäuble lehnt Schuldenschnitt erneut ab

Eine Variante, die in der Öffentlichkeit und laut verschiedener Medienmeldungen auch hinter verschlossenen Türen in Brüssel immer wieder diskutiert wird, ist ein weiterer Schuldenschnitt für Griechenland, der diesmal die öffentlichen Gläubiger betreffen würde, nachdem die privaten Geldgeber schon im vergangenen Jahr auf einen Teil ihres Geldes verzichtet hatten. Dieser sei der einzige Weg, um den Hellenen wirklich zu helfen, heißt es stets.

Bekämpft wird der Schuldenschnitt bei den Geldgebern der öffentlichen Hand insbesondere von Deutschland. Schäuble betonte so erneut, dass es diesen nicht geben werde. Man müsse aufhören, aus Gründen der Wahltaktik Unsicherheit zu erzeugen, schloss der Minister an diese Aussage an.

Autor: Michael Salour
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