Eurokrise: Nun gerät auch Finnland ins Wanken

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Auch Finnland gerät nun in die KriseFinnland ist das einzige Land in der Euro-Zone, das noch nie eines der Ziele des Maastrichter-Vertrags gebrochen hat. Aus diesem Grund wurde das Triple A-Rating des skandinavischen Staates erst vor wenigen Wochen erneut von der Rating-Agentur Moody’s bestätigt. Doch damit soll es in Kürze vorbei sind. So geht die Zentralbank Finnlands davon aus, dass die Verschuldung des Landes in den kommenden zwei Jahren über die Zielmarke von 60 Prozent des BIP auf 61,8 Prozent steigen wird. Verboten ist dies zwar nicht, doch es ist ein vielsagender Umstand, dass es auch den Finnen zum ersten Mal nicht mehr gelingt, eines der erklärten Ziele der Währungsunion über Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen zu erreichen.

Die Wirtschaftsleistung des Landes bricht ein

Verantwortlich für die finanziellen Probleme des Landes sind nicht ausufernde Staatsausgaben, wie es beispielsweise in Südeuropa der Fall ist. Die Wirtschaft Finnlands ist deutlich ins Stocken geraten. Bereits 2012 sank die Wirtschaftsleistung des skandinavischen Staates. Auch 2013 soll sie nach Informationen der Zentralbank um 0,8 Prozent zurückgehen. Das Land befindet sich in der Rezession. Für 2014 rechnen die Finnen derzeit noch mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, sind aber froh, wenn das BIP nicht noch einmal abnimmt und unter dem Strich eine schwarze Null bleiben wird.

Nokia trägt die Hauptverantwortung

Kaum ein anderes europäisches Land hängt so sehr am Wohl und Wehe eines einzigen Unternehmens wie Finnland, das extrem von der Performance Nokias abhängig ist. Sowohl das Druckpapier als auch die Handys des Konzerns sind die beiden größten Exportschlager Finnlands. Vor zehn Jahren steuerte Nokia noch satte zehn Prozent des gesamten finnischen BIP bei. Durch die steigenden Konkurrenz im Mobilfunksektor, Nokias Schwäche im Segment der Smartphones sowie die Krise ist dieser Wert auf vier Prozent zurückgegangen. Hätte der Konzern noch die gleiche Stärke wie 2003, würde Finnland Schulden abbauen, anstatt welche zu machen.

Autor: Andreas Szalay
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