Euro-Rettungsfonds: OECD fordert eine Billion Euro

Bildquelle: morgenpost.de

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fordert, den Euro-Rettungsfonds ESM entweder im Zusammenspiel mit seinem Vorgänger EFSF oder alleine mit deutlich mehr Mitteln auszustatten als bisher geplant. Generalsekretär Angel Gurría stellte in Brüssel einen Bericht der Organisation vor, der dafür plädierte, die Fonds mit insgesamt einer Billion Euro zu füllen, denn so könne man “die Märkte für zwei Jahre beruhigen”. Zudem habe man auf diese Weise auch die Mittel, um notfalls Banken zu rekapitalisieren und wäre auf diese Weise auf alle Eventualitäten vorbereitet.

Summe soll vor allem abschreckende Wirkung haben

Dabei müssten die Mittel nicht einmal genutzt werden, erläutert Gurría. Vielmehr ging es darum, die Spekulanten abzuschrecken. Wenn man mit den Märkten zu tun habe, müsse man “die Erwartungen übertreffen”, ist der OECD-Mann überzeugt. Die EU dürfe bei den Anlegern keinen Zweifel daran lassen, dass sie willens und in der Lage sei, die Währungsunion zu verteidigen. Mit dieser Haltung liegt die OECD auf einer Linie mit dem IWF und einzelnen Vertretern in der EU-Kommission.

Vorläufig scheitern dürften alle Überlegungen, die beiden Rettungsfonds bis zu einem Wert von einer Billion Euro auszudehnen, jedoch an den Mitgliedsstaaten und vor allem an Deutschland. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte sich am Montag nach langem Zögern gerade einmal dazu bereit, einer Ausdehnung auf insgesamt 700 Milliarden Euro zuzustimmen.

Keine Rezession in der Euro-Zone

Der OECD-Bericht enthielt allerdings auch positive Neuigkeiten für die Euro-Zone. Nach der Einschätzung ihrer Wirtschaftsexperten werde es keine Rezession in der Euro-Zone geben, schilderte der Generalsekretär. 2012 werde die Wirtschaft im Euro-Raum um insgesamt 0,2 Prozent wachsen. Ein Jahr später rechnet die OECD sogar mit einem Konjunkturplus von 1,4 Prozent. Sie ist damit in dieser Frage deutlich optimistischer als IWF und EU, die beide für 2012 von einem negativen Wachstum ausgehen.

Autor: Michael Salour
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