Banken lagern Milliarden bei der EZB – Schicksalsfrage Italien

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In der vergangenen Woche flutete die Europäische Zentralbank (EZB) den Kapitalmarkt der Eurozone mit fast 500 Milliarden Euro, die sie an 523 Geldhäuser zu einem Zinssatz von einem Prozent vergab. Ziel des Tenders war es, dass die Banken diesen nutzen würden, um sich selbst Geld zu leihen, Kredite an die Realwirtschaft zu geben und Staatsanleihen aufzukaufen.

Doch die Finanzinstitute lagern das Geld stattdessen wieder bei EZB, bei der sie tagsüber einen Zinssatz von 0,25 Prozent und über Nacht etwa 0,5 Prozent bekommen. In der Nacht zum Montag waren auf diese Weise 411,8 Milliarden Euro bei der Notenbank angelegt, was den höchsten Wert seit Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung darstellt.

Misstrauen der Banken ungebrochen

Dass die Banken ihr Geld lieber bei der EZB deponieren, anstatt es in die Realwirtschaft zu investieren oder auf dem Interbanken-Markt anzubieten, gilt als sicheres Anzeichen dafür, dass die Geldhäuser einander und der Politik noch immer misstrauen. Denn eigentlich könnten die Finanzinstitute wesentlich größere Renditen als durch die “Übernacht-Lagerung” bei der Notenbank erzielen.

Die Angst, dass sich die Krise verschlimmern könnte und sie ihre Anlagen vollständig einbüßen könnten, scheint jedoch unter den Finanzinstituten noch immer zu groß zu sein.

Chefvolkswirt der Deutschen Bank erklärt Italien zur Schicksalsfrage

Ein Grund für die Verunsicherung im Bankensektor ist der Umstand, dass für viele Finanzinstitute noch immer die Frage nicht beantwortet ist, wie die Eurozone aus der Krise finden soll. Nach Ansicht des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Thomas Mayer, entscheidet sich das Wohl und Wehe der Gemeinschaftswährung in Italien.

Der Stiefelstaat werde im kommenden Jahr in eine scharfe Rezession eintreten, so der Experte. Entscheidend sei die Frage, ob es dem Land noch vor den Wahlen im Frühjahr 2013 gelinge, daraus wieder hervorzukommen.

Schaffe Italien dies, bestehe Hoffnung für die anderen südeuropäischen Staaten und damit die gesamte Eurozone, prophezeit der Mann von der Deutschen Bank.

Autor: Andreas Szalay
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