Dispo-Kredite: Die Banken schlagen zurück

Die Kritik war laut, von allen Seiten hagelte es auf die Banken und Sparkassen ein, der Wind wehte rauh. Thema waren die überzogenen Zinsen, die für Dispositionskredite zum Teil erhoben werden. Bis zu 17 Prozent kassierten einige Kreditinstitute von ihren Kunden, wenn sie die Nulllinie ihres Kontos unterschritten. Doch Kritik ist überhaupt nicht angebracht. Das sagt zumindest Franz Jall von der Raiffeisenbank Bissingen. Und auch andere Banken argumentieren gegen die Kritik.

Erhöhtes Risiko

Immerhin 14,25 Prozent nimmt die Raiffeisenbank Bissingen ihren Kunden ab, wenn sie ihr Konto überziehen. Aber Jall betont, dass die Betrachtungsweise zu einseitig sei. Schließlich mache das Geschäft mit den Dispo-Krediten gerade einmal 0,92 Prozent aus, so der Vorstandsvorsitzende. Wenn ein Kunde tatsächlich den teuren Dispo-Kredit in Anspruch nehme, bekomme der Sachbearbeiter nach 30 Tagen einen Hinweis auf den Schirm. Dann setzt er sich mit dem Kunden in Verbindung, um nach anderen Lösungen zu suchen, zum Beispiel einem Darlehen. Und die sind bekanntlich günstiger. Kurzum: Der Dispo-Kredit ist laut Jall eher als ein „Nischenprodukt“ zu bezeichnen, das es dem Kunden ermöglicht, unkompliziert zu Geld zu kommen. Gleichermaßen stellt er für die Banken aber ein erhöhtes Risiko dar, schließlich müssten durch ihn auch mehr Eigenkapital vorhanden sein.

Volle Zinsen, halbe Wahrheit

Der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Dillingen, Tomas Schwarzbauer, beleuchtet die Situation von einer anderen Seite. Bei der Sparkasse liegt der Zins für den Dispo-Kredit derzeit bei 13,75 Prozent. Doch dieser gilt nur auf das Jahr bezogen. Schwarzbauer rechnet vor, dass ein Kunde, der seinen Dispo-Kredit an fünf Tagen im Monat mit 1.000 Euro voll beanspruche, dafür lediglich 1,91 Euro in Rechnung gestellt bekomme. Und verweist gleichzeitig auf die Möglichkeiten von Alternativen wie Darlehen, wenn die Problematik länger anhalte.

Autor: Ralf Schmidl
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