Rezessionsangst lässt Börsenkurse in den Keller rauschen

Bildquelle: kleinezeitung.at

Die weltweiten Börsen befinden sich auch am Dienstag weiter auf Talfahrt. Nachdem der DAX am Montag fünf Prozent eingebüßt hatte, verlor er am Dienstag weitere 1,5 Prozent an Boden. Der Dow Jones verlor mehr als zwei Prozent, im gleichen Umfang gab auch der Nikkei in Tokio nach. Als Grund für die Probleme nennen die Experten die Angst vor einer neuen weltweiten Rezession.

Ackermann denkt an Herbst 2008

Josef Ackermann artikulierte die Ängste vor einer neuen Rezession stellvertretend für viele seiner Kollegen. Die Anzeichen erinnerten ihn schmerzlich an den Herbst 2008, erklärte der Chef der Deutschen Bank auf der Handelsblatt-Tagung “Banken im Umbruch”. Seit Jahresbeginn 2011 hätten einige europäische Finanzinstitute mehr als ein Drittel ihrer Marktkapitalisierung verloren, berichtete der Schweizer. Zudem seien die weltweiten Konjunkturzahlen erschreckend schwach. Insbesondere die USA liefen Gefahr, so Ackermann, wieder in eine Phase abnehmender Wirtschaftsleistungen einzutreten. Einzig die Bundesrepublik klammerte der Chef der Deutschen Bank aus diesen Überlegungen aus. Der deutsche Finanzsektor sei wesentlich besser kapitalisiert als noch vor drei Jahren, schilderte der 63-Jährige, außerdem hielten die deutschen Finanzinstitute nicht mehr die “Giftpapiere”, die im Herbst 2008 für den Absturz des Bankensystems gesorgt hatten.

Welt fürchtet neue Bankenkrise

Trotz dieser beruhigenden Worte Ackermanns sind es vor allem die Befürchtungen vieler Experten, der Welt stehe eine neue Bankenkrise bevor, welche die Angst vor einer Rückkehr der Rezession geweckt hatte. Sowohl die Weltbank als auch der IWF hatten am Wochenende Alarm geschlagen und erklärt, die anhaltende Schuldenkrise in Europa und den Vereinigten Staaten könnte verheerende Auswirkungen auf den weltweiten Bankensektor haben. Denn diese seien in den überschuldeten Staaten in großem Maße engagiert. Daneben bereitet die US-Regierung außerdem milliardenschwere Klagen gegen die führenden Großbanken wegen der Krise 2008 vor, welche die Finanzinstitute ebenfalls in erhebliche Turbulenzen führen könnten. Von Ackermanns Deutscher Bank fordern die Amerikaner 14,2 Milliarden US-Dollar, von der Credit Suisse 14,1 Milliarden, von der Bank of Amerika rund 25 Milliarden und von JPMorgan Chase & Co sogar 33 Milliarden Dollar.

Autor: Oliver Böhm
Bildquelle: kleinezeitung.at
Drucken

Jetzt "Gefällt mir" klicken

Wir empfehlen

Wir empfehlen

Wir empfehlen

Newsletter

News * Informationen * Zinsänderungen. Jetzt zum kostenlosen Newsletter anmelden!

  •