462 Milliarden Euro: Die deutschen Auslandsverluste seit 2001

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Die deutschen Auslandsverluste betragen seit 2001 462 Milliarden EuroDie Deutschen haben in den Jahren 2001 bis 2013 erhebliche Verluste durch Auslandsinvestitionen erlitten. Wie die “Welt” unter Berufung auf den Finanzwissenschaftler Gunther Schnabl berichtet, haben die Bundesbürger in diesem Zeitraum insgesamt 462 Milliarden Euro eingebüßt. Besondere Probleme hatten die Deutschen demnach im Nachbarland Frankreich, wo die Politiker sich seit geraumer Zeit offen dafür aussprechen, weniger Waren aus der Bundesrepublik zu importieren.

Schnabls Berechnungen

Stichtag für den Leipziger Finanzwissenschaftler war das Ende der ersten Jahreshälfte 2013. Die Leistungsbilanzüberschüsse der Bundesbürger haben laut Schnabl zu diesem Zeitpunkt insgesamt bei 1.663 Milliarden Euro gelegen. Das Netto-Vermögen der Deutschen in anderen Ländern betrug jedoch nur 1.201 Milliarden Euro. Somit ergeben sich Verluste in der Höhe von 462 Milliarden Euro. Als Vergleich: Der Bundeshaushalt hat ein Volumen von knapp mehr als 300 Milliarden Euro.

125 Milliarden Euro Kapitalabfluss

Die deutsche Exportstärke verlangt es, dass in jedem Jahr erhebliche Summen aus Deutschland abfließen, weil die Gelder in den anderen Ländern benötigt werden, um beispielsweise Niederlassungen zu errichten. Pro Jahr fließen aus der Bundesrepublik 125 Milliarden Euro in andere Länder ab. Diese Mittel werden allerdings, wenn es um die deutschen Exportüberschüsse geht, praktisch nie in den Blick genommen.

Schnabl bezeichnete es deshalb als “echte Pointe”, das in Frankreich Politiker fordern, weniger aus Deutschland zu importieren. Damit würden nämlich auch die Gelder nicht mehr ins Nachbarland fließen, so der Experte. Frankreich würde so beispielsweise einen guten Teil seiner Wirtschaftskraft verlieren. Schnabl, der im Jahr 2005 als Berater bei der Europäischen Zentralbank tätig war und ein Jahr später an die Leipziger Universität wechselte, plädiert deshalb dafür, dass die deutschen Auslandsinvestitionen und insbesondere die Verluste stets Teil der Diskussion über die Exportstärke der Bundesrepublik sein müssten.

Autor: Andreas Szalay
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