Dexia benötigt Staatshilfe – EZB-”Schattenrat” fordert Zinssenkung

Bildquelle: hln.be

Der französisch-belgische Kommunalfinanzierer Dexia droht, das erste Opfer der europäischen Schuldenkrise zu werden. Das Finanzinstitut benötigt staatliche Finanzspritzen, um vor dem Konkurs gerettet zu werden. Die Branche fürchtet bereits die Ansteckungsgefahr, die von dem Finanzriesen ausgehen könnte. Der sogenannte “Schattenrat” der EZB fordert die Zentralbank dazu auf, den Leitzins zu senken und weitere Maßnahmen zu treffen, um einer möglichen Rezession zu begegnen.

Dexia vor der Zerschlagung

Der weltgrößte Kommunalfinanzier Dexia steht vor der Zerschlagung. Wie französische und belgische Medien übereinstimmend berichten, braucht das Finanzinstitut Staatshilfen, um seine Geschäftstätigkeiten fortsetzen zu können. Grund seien vor allem die griechischen Staatsanleihen, die mit einem Gesamtwert von 4,8 Milliarden Euro in den Dexia-Büchern stehen. Bisher hat die Bank jedoch nur 338 Millionen Euro abgeschrieben. Weit größere Gefahr droht zudem aus den USA – dort hat der Kommunalfinanzierer Darlehen in Höhe von insgesamt 59 Milliarden US-Dollar an Bundesstaaten und wirtschaftlich schwache Regionen vergeben, deren Rückzahlung als gefährdet gilt.

Die französische sowie die belgische Regierung signalisierten, man sei bereit zu helfen, jedoch nur, bis “eine endgültige Lösung” gefunden sei, was gleichbedeutend mit der Zerschlagung der Dexia sein dürfte. Zeitgleich warnten die Verantwortlichen vor der Ansteckungsgefahr, die von dem Finanzinstitut ausginge.

EZB soll Leitzinsen senken

Auch aus diesem Grund fordert der “Schattenrat”, ein vom Handelsblatt ins Leben gerufenes Expertengremium, von der EZB, diese müsse den Leitzins senken, um der Rezessionsgefahr zu begegnen. Als flankierende Maßnahmen solle die Zentralbank zum einen den Ankauf von Covered Bonds (Pfandbriefe) wieder aufnehmen, zum anderen solle sie den Banken erneut langfristige Darlehen mit einer Laufzeit von wenigstens einem Jahr zum Leitzins anbieten. Ob sich die EZB an die Ratschläge halten wird, stellt sich am Donnerstag heraus, wenn sich ihre Führung in Berlin trifft, um über Maßnahmen zur Krisenbekämpfung zu beraten.

Autor: Oliver Böhm
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